
Reisebericht Float Trip in Schwedisch Lappland im Juli 2025
2025 im Kiruna Fjäll von Juli 11-20, 2025
Unsere Gruppe bestehend aus vier Franken, einem Baden Württemberger und einem Österreicher machte sich am 11. Juli auf in Richtung Kiruna mit Zwischenstopp in Stockholm.
In den Wochen zuvor waren die Temperaturen eher frisch, kurz vor Abreise änderte sich die Vorhersage plötzlich. Sommerliche Temperaturen waren zu erwarten, sehr zur Freude aller Teilnehmer. Moritz und ich zweifelten allerdings – was würde das für die großen Schneemassen in den Bergen bedeuten, die erst noch im April durch einen Wintereinbruch entstanden waren?
Wir landeten in Kiruna um 15 Uhr bei 22 Grad. Wir fuhren direkt in den Supermarkt – ich hatte zwei Gästen aufgetragen, sich um das Bier zu kümmern, wir anderen kümmerten uns um den Rest. Nach zwei Stunden waren wir fertig, also auf zur Lodge, wo wir die erste Nacht verbringen wollten. Unterwegs dann ein Anruf vom Airport – „Herr Herold Ihr Gepäck ist noch da!!“. Ich hatte meine Taschen, wem gehört die gelbe Ortlieb-Tasche? Dietmar meldete sich und sagte, es wäre seine. Also zurück zum Flughafen, Tasche geholt und in die Lodge. Wir liessen den Tag in der Lodge mit Pizza ausklingen, und freuten uns riesig auf den nächsten Tag, morgens sollten wir mit dem Helikopter ausfliegen.
Am nächsten Morgen erklärte Fabio uns alle Einzelheiten, die mir ja schon von den letzten Touren bekannt waren, dann ging es endlich los. Die erste Gruppe flog mit dem Heli, den drei Booten und Zelten raus, wir nahmen im zweiten Lift die Verpflegung, das Holz und das Gepäck mit. Das Camp war schnell aufgebaut, das Küchenzelt eingeräumt und die Verpflegung verstaut. Vieles legten wir zur Kühlung in wasserdichten Taschen ins Wasser. In der Zwischenzeit war die Temperatur auf 25 Grad gestiegen.
Im Laufe der kommenden Tage hatten wir mit jeder Menge Schmelzwasser zu kämpfen. Normalerweise ist dies zu der Zeit längst abgeflossen, dieses Jahr war alles viel später. Das Waten wurde herausfordernder, einige HotSpots waren nicht mehr erreichbar. Dennoch fingen wir im ersten Camp unsere Bachforellen – die größte mit über 50cm konnte Moritz mit Nymphe fangen. In Vergleich zu 2024 konnten wir leider keine Saiblinge landen.
Durch die Hitze beschlossen wir, später am Abend zu fischen. Die Forellen stiegen zu diesen Zeiten auch vermehrt, allerdings teils außerhalb unserer werferischen Reichweite.
Die Zeit verging wie im Flug, und wir machten uns nach zwei Tagen im ersten Camp auf dem Weg flussabwärts zu Camp zwei. Auf unserem Weg lagen zwei große Rauschen, die durch das Hochwasser sicher gut und gerne 300m lang waren. Aufgrund des hohen Wasserstandes war es unmöglich diese Rauschen zu befahren, die Boote waren alle schwer und hoch beladen. Daher entschieden wir uns für die sichere Option – treideln der Boote vom Ufer aus mit Hilfe langer Seile. Alles klappte und wir kamen nach rund drei Stunden im Camp an. Schnell wurde alles wieder aufgebaut. Ein Teil der Gruppe ging im Anschluss auf eine Wandertour zu einen Saiblingsee in den Bergen. Die überwältigenden Erinnerungen an letztes Jahr trieben uns an, also ging es mit voller Hoffnung und großer Erwartung den Berg hinauf.
Einige der Gruppe gingen am Fluss fischen, unterhalb unseres Camps war eine sehr große Rausche mit ca. 400m Länge. Das Wasser war an diesem Sport allerdings zu hoch. In der Mitte der Rausche befindet sich ein etwas ruhigerer Bereich, dort konnten wir gut fischen, eine Rehhaarsedge und die Adams Parachute waren die Erfolgsmuster.Die andere Gruppe kam leider erfolglos vom Saiblingsee zurück. Die Saiblinge – oder die „Greta Garbo des Fjälls“ zickten nach bekannter Saiblingsmanier und machten es uns nicht einfach. Mathias, der letztes Jahr schon vor Ort war, berichtete dass der See ebenfalls Hochwasser führte und der Hotspot aus dem letzten Jahr dadurch nicht fischbar war.
Nach einem deftigen Abendessen liessen wir den Abend bei Whiskey und Zigarre ausklingen lassen – Wildnis statt WLAN macht glücklich! Doch nicht nur die Wildnis Lapplands machte gute Laune auch Fritz aus Tirol sorgte für gute Unterhaltung: „Ich habe lange nach einer Powerbank für meine Hörgeräte gesucht. Aber ich brauche diese gar nicht, ich verstehe euch eh nicht“. Wir kamen aus dem Lachen nicht mehr raus.
Die folgenden zwei Tage fischten wir in der Rausche und unterhalb, und konnten ein paar schöne Bachforellen mit der Trockenfliege und Nymphe überlisten.
Nun war es soweit, wir mussten weiter ins Camp drei, und dafür mussten wir durch diese lange Rausche. Was machen wir? Wirklich floaten, oder lassen wir uns hier vom Helikopter abholen? Die großen Äschen in diesem Camp reizten die ganze Gruppe, also Rausche ablaufen und prüfen ob wir da durchkommen. Fritz machte die beste Route ausfindig – „folgen wir der Zunge da vorne und dann an den Felsen links – ich bin ein sehr guter Theoretiker, aber ein schlechter Praktiker“. Wir konnten uns wieder kaum halten vor Lachen, und beschlossen einstimmig NICHT die die Zunge zu befahren. Stattdessen wählte ich eine Route dicht am Ufer, die wir dann Stück für Stück mit je einem Lotsen befahren konnten. Wir lame alle sicher im dritten Camp an.
Ein letztes Mal die Zelte aufbauen, das war ja schon Routine und ging dadurch bei jedem sehr schnell. Mathias war schon startklar und ging mit Dietmar sofort auf Äschenpirsch. Andere versuchten Ihr Glück weiter auf Bachforellen. Bei leckeren Bohnen mit Speck nach Bud Spencer Art und einigen Bieren liessen wir den Abend gemütlich am Lagerfeuer ausklingen.
Am nächsten Morgen hatte Michel gleich einen guten Start und konnte eine schöne 46er Bachforelle zum Steigen überreden. Es dauerte auch nicht lange bis ich die erste Äsche auf Nymphe fangen konnte. Wir hatten in den kommenden zwei Tagen eine sehr gute und schöne Fischerei auf Äschen, leider konnten nur einen Fisch über der 50cm-Marke überlisten. Allerdings fingen wir vier Renken (Sik) mit über 50cm, was allen Fängern große Freude bereitete.
Dazit: auch der Lappland Float – Trip in 2025 war großartig, und Moritz und ich möchten und noch einmal herzlich bei allen Beteiligten bedanken. Bis 2026 🙂
Wer in 2026 mitkommen möchte melde sich bitte schnellstmöglich bei uns.
Euer
Holger & Moritz





