
Reisebericht Abenteuer Lappland 2.0
Abenteuer Schwedisch Lappland 2.0
Vorfreude
Ganz nach dem Motto „back to the roots“ kehrten wir 2025 wieder an denselben Fluss zurück, wo 2017 unsere erste Abenteurerreise, als absolute „Greenhorns auf Lachs“ begonnen hatte.
Mit verbesserter Zweihand- Wurftechnik und mehr Erfahrung bei der Lachsfischerei rechneten wir uns bessere Chancen auf Lachs aus als beim ersten Mal. Geplant war, wieder den gleichen Abschnitt zur gleichen Zeit per Floating Trip zu befischen. Die einzige Neuerung in unserem alt bewährten Team mit Walter, Bruno, Toni und mir war, dass wir mit Gerald einen neuen, sehr erfahrenen Lachsfischer als fünften Mann an Bord hatten.
Die Ausrüstung wurde im Vergleich zu 2017 ebenso verbessert und gewichtsmäßig angepasst, da unser Gepäck damals für den Heli-Flug zu schwer war. Zur Vorfreude der Reise trugen maßgeblich Treffen bei, an denen wir vorab den kompletten Wochen-Proviant via Internet im Supermarkt vor Ort bestellten und unsere Gepäckstücke akribisch aufs letzte Gramm auswogen.
Anreise
Voller Erwartung auf eine spannende Fliegenfischerwoche, mit hoffentlich guten Bedingungen, ging es in Richtung Flughafen. Alle Gepäckstücke lagen im Gewichtslimit und die Anreise verlief bestens, sodass wir pünktlich in Kiruna bei herrlichem Sonnenschein ankamen. Fabio stand mit dem VW-Bus am Flughafenausgang bereit, um uns abzuholen. Auf dem Weg zur Lodge holten wir noch den vorbestellten Proviant und genügend Bier im Supermarkt ab.
Heli Fly Out
Nach überstandenem Wiegeprozess wurde der Heli beladen und los gings. Für dieses Jahr waren wir die erste Gruppe, die an den Fluss ausgeflogen wurde. Während des Fluges zeigten sich bereits die schneebedeckten schwedischen Berge am Horizont und unter uns eine nahezu, unberührte Tundra.
Nach einer Stunde Flug erreichten wir den uns bekannten, fantastischen Fluss, der uns bereits 2017 faszinierte. Wir wählten den gleichen Startpunkt für unsere Tour wie damals, lediglich das Camp errichteten wir diesmal direkt am Fluss. Begrüßt wurden wir, wie nicht anders zu erwarten, von Abermillionen von Mücken. Die Wasserbedingungen waren nach der ersten Einschätzung perfekt. Jetzt blieb nur noch zu hoffen, dass bereits Lachse den Fluss aufgestiegen waren.
Tage am Fluss
Im Gegensatz zu 2017, als wir den Fluss zu Fuß bis zum Ursprung erkundeten, konzentrierten wir uns 2025 auf vielversprechende Lachsspots in Campnähe. Bereits an den ersten zwei Tagen konnte unser Spezialist Gerald zwei tolle Lachse mit der Fliege überlisten, die beide wieder wohlbehalten in die Freiheit released wurden. Der Fluss ermöglichte auch eine hervorragende Fischerei auf Äschen- und Bachforellen. Vor allem die Nebenflüsse stachen mit einer unglaublichen Vielzahl an Äschenfängen hervor. Meiner Meinung nach wurden diese Zuflüsse bis dato zum Teil noch niemals befischt. Als Beifang stürzte sich zudem der ein oder andere Hecht auf unsere Streamer.
Einziger Wehrmutstropfen war, dass sich nach drei Tagen die Wassertemperatur von 13 Grad auf 19 Grad erwärmte, da die Sonne unaufhörlich herunterbrannte, was den Lachsfang an diesem Spot vorerst zum Erliegen brachte. Dies zwang uns sauerstoffhaltigere Abschnitte flussabwärts anzufahren, um unsere Chancen eines Fangs zu erhöhen.
Während der Woche trafen wir lediglich zwei Angler an, ansonsten hatten wir den ganzen Fluss für uns alleine. Allerdings wurden wir zweimal per Heli im Niemandsland kontrolliert. Einmal sogar gleich von drei Kontrolleuren in FBI- Manier, die sämtliche Papiere von uns einsehen wollten und unser Lager inspizierten, ob nicht ein zu viel gefangener Lachs im Gebüsch versteckt wurde. Ein kleiner Unfall passierte Gerald, dem der Wind den Angelhaken in den Arm rammte. Souverän und fachmännisch wurde dieser dann in Teamwork wieder entfernt. Gerald erwies sich dabei als tapferer Patient, der beim Durchstechen des Hakens nicht einmal zuckte.
So verbrachten wir fantastische Tage mit Fischen, Floaten und herrlichem Lagerleben am Fluss. Dazu gehörte unter anderem das gesellige Kochen miteinander am offenen Feuer, was unseren Kochkünsten einiges abverlangte. Sogar Brot wurde gebacken.
Ein letzter, schöner Moment am Ende der Woche war für mich war eine kleine Wandertour auf den nahegelegenen Berg. Oben angekommen errichtete ich ein Gipfelkreuz aus Birke und blickte voller Zufriedenheit und Stolz auf unser Camp herab.
Heli Pick up
Pünktlich nach einer Woche Wildnis wurden wir wieder am vereinbarten Abholpunkt vom Heli abgeholt. Ein letzter wehmütiger Blick hinunter zum Fluss und hinüber zum Gipfelkreuz weckten die leise Hoffnung und den Wunsch auf ein Wiedersehen.
Abschied und Abreise
Zufrieden und beseelt von einer Woche Fliegenfischen, verbrachten wir den letzten Abend in der Lodge. Im Jacuzzi ließen wir nochmals die fantastische Woche bei einem kühlen Bier Revue passieren. Nach einem herzhaften Frühstück nahmen wir am nächsten Morgen Abschied von Kiruna und es ging mit dem Flieger zurück via Stockholm nach München.
Fazit
Eine Woche voller unvergesslicher Momente mit einem eingespielten Fliegenfischer-Team ging zu Ende. Ermöglicht wurde uns dies durch die großartige Unterstützung von Carsten Dogs „pukka destinations“, bei dem wir uns für die tolle Organisation ganz herzlich bedanken wollen.
Jederzeit würden wir uns für eine weitere Reise an Carsten Dogs wenden. Hinter seiner vertrauensvollen Arbeit stecken viel Fachwissen und Organisationstalent.
Nachfolgend Bilder unserer Reise.
