
Reisebericht Slowenien Diverse Flüsse Juli 2025
Eine unverhofft hervorragende Reise
Slowenien steht schon seit einigen Jahren auf meiner Bucket-List. Trotzdem habe ich es bisher nie dorthin geschafft. Das sollte sich aber dieses Jahr ändern…
Nach kurzer Rücksprache mit meiner Frau beauftragten wir Carsten von pukka destinations mit der Reiseorganisation.
Im Juli dieses Jahres dann machte ich mich mit meiner Frau Lea, übrigens auch Fliegenfischerin, und unserem Jagdhund Django auf den 800 km langen Weg von Bern in den Südosten.
Tag 1 Einfischen in der Sava Bohinjka
Noch etwas müde von der Anreise starteten wir an dem glasklaren Fluss ganz in der Nähe des Städtchens Bled, in welchem wir in einem Hotel stationiert waren.
Zum Einsatz kamen erstaunlich große Trockenfliegen, Hopper- und Steinfliegen- Imitate. Aber auch Nymphen wurden gerne genommen. Die Fischdichte war enorm, und so konnten wir auch schon die ersten schönen Bach- und Regenbogenforellen fangen. Ein guter Start also.

Tag 2 Die Save
Morgens starteten wir an der Save bei Kranj. Ein schöner, etwas größerer Fluss, an dem wir mit Nymphen und langen Driften einige schöne Regenbogen-Forellen überlisten konnten.
Am Nachmittag ging es dann in ein kleines Seitental, in dessen Schlucht einige eher kleine, aber traumhaft schöne Farios leben. Das Fischen mit der 3er Rute in der engen Schlucht hat für Abwechslung und viel Spass gesorgt.
Nach Auskunft des Guides sollte es morgen an einen See mit großen Regenbogen-Forellen gehen. Wir hatten ja keine Ahnung, was uns erwartet!

Tag 3 – Am mitteleuropäischen “Jurassic Lake”
Beim Treffpunkt angekommen, wurden wir instruiert, dass an diesem Gewässer keine Ruten unter Klasse 5 erlaubt seien. Etwas verwirrt nahmen wir die Anweisung zur Kenntnis und sattelten unsere Standard 5er mit Bissanzeiger und Nymphenmontage. Ein Gewitter am Vorabend hat zu einer idealen Trübung des Zuflusses gesorgt, und so besetzten wir, bewaffnet mit erstaunlich großen Nymphen, den Einlauf des Sees. Nach einigen Würfen konnte ich bereits eine schöne Regenbogen haken und nach einigen spektakulären Sprüngen auch landen. Mit Stolz präsentierte ich den um die 50 cm langen Milchner, wobei der Guide nur meinte, dies sei ja nur ein Kleiner. Kurz darauf kam auch Lea ins Spiel mit einem ähnlichen Fisch und war auch mächtig stolz. Was aber danach folgte, hätten wir uns nie erträumt. In den nächsten 2 Stunden landeten wir geschätzt 20 wunderschöne, grosse Regenbogenforellen. Den Spitzenreiter konnte zu meiner Freude Lea landen, und damit ihren größten Fisch ever landen, eine Wahnsinns-Forelle mit 77 cm! Gefolgt von mehreren Fischen zwischen 60 und 70 cm, und so weiter… Die Fische waren übrigens allesamt in erstaunlich gutem Zustand mit schön ausgebildeten Flossen. Der Grund für das enorme Wachstum der Forellen sind Tubifex-Würmer, die an den teilweise verschlammten, flachen Ufern in unglaublichen Mengen vorkommen.
Nach einem gebührenden Picknick am Fluss fischen wir am Nachmittag in der Sava Dolinka, ohne große Erwartungen, und fingen auch einige Fische im türkisfarbenen, klaren Wasser. Bei einem grösseren Gumpen angekommen kam dann die Info, dass da seit 3 Jahren eine Große schwimmen würde, bisher aber nicht zu fangen war. Wenn’s läuft, dann läuft’s, und so hing schon kurze Zeit später eine weitere 70er an Lea’s Rute! Was für ein Tag…

Tag 4 – Auf ins Soča-Tal
Immer noch geflasht vom Vortag machten wir uns auf die fast 2-stündige Fahrt über Italien ins Soča-Tal. Der Zielfisch war klar, und so stiegen wir bei etwas Regen hinunter in den Canyon der Soča. Wir hatten bewusst schlechtes Wetter ausgesucht, da die Marmorierten kaum zu fangen seien bei Sonnenschein.
Kurz darauf hat unser Guide bereits 3 Fische, in einer Reihe stehend, ausgemacht. Kurz angeschlichen, und schon hing die Größte, eine Marmorata von ca. 45cm, an der Nymphe.
Da anschliessend das Wetter besser wurde, konnten wir kaum noch Fische ausmachen, weshalb der Rest des Vormittags mehr eine anstrengende Wanderung über grosse Felsblöcke war.
Am Nachmittag besuchten wir eine flache Strecke, wo wir neben einzelnen starken Regenbogen noch eine weitere, kleinere Marmorierte fangen konnten. Die Fischdichte im Fluss fällt im Vergleich relativ gering aus. Außerdem erschwerten die vielen Kajaker das ungestörte Fischen. Trotzdem ein wunderschöner Fluss in einer etwas unwirklich anmutenden Gegend!

Tag 5 – Unica
Dieser berühmte Kreidefluss entspringt einer großen Höhle, aus welcher man tatsächlich sogar eine kleine Fario fangen kann 🙂
Im klaren und gemächlich fließenden Flüsschen sind vor allem die schönen Äschen zu befischen. In mittleren Größen zahlreich vorhanden gibt es aber auch einige grössere Exemplare! Die Fischerei ist eher schwierig und mit sehr kleinen Fliegen am erfolgreichsten. Wir konnten etwa ein Dutzend Fische fangen und den Tag nach unzähligen Versuchen mit einer traumhaften Äsche mit Nymphe auf Sicht beenden. Wenn ich die Nymphe mit dem orange leuchtenden Tungsten-Kopf nicht gesehen hätte, wäre der Biss nicht zu erkennen gewesen. Der Fisch bewegte sich keinen Millimeter, lediglich das Mal wurde ganz kurz geöffnet!

Tag 6 Sora
Der letzte Tag führte uns an die Sora, ein recht unspektakulärer Bach. Bei einem Restaurant sollte es aber einige Gumpen mit großen Fischen geben, da von dem Gastbetrieb scheinbar immer mal wieder etwas Nahrung in den Bach abfällt. Und so konnten wir tatsächlich eine unglaubliche Bachforelle von etwa 90cm beobachten. Zu fangen war sie aber im klaren und ruhigen Wasser nicht. Etwas weiter oben in einem Bereich mit mehr Strömung standen aber auch ein paar schöne Fische, und wir landeten einige schöne Regenbogen um die 40cm. Plötzlich spottete der Guide eine Grosse unter der Strömung vor einem Stein. Einige Würfe später hing der Fisch bereits an der Nymphe. Nach dem ersten Sprung war klar: Big Mama! Der Fisch von etwas über 70cm war kugelrund und top fit. Der Drill war nicht ganz einfach, aber mit genügend Geduld erfolgreich. Auch meine ü-70er lag im Kescher, und so blieben keine weiteren Wünsche mehr offen!
Außer natürlich die 90er Fario 🙂

Fazit:
Mit unseren Erwartungen haben wir uns bewusst etwas zurückgehalten, aufgrund der vielen Geschichten über Besatzfische und Regenbogenforellen, die nicht dorthin gehören. Umso mehr waren wir begeistert von der erstklassigen und vielfältigen Fischerei auf erstaunlich schöne Fische! Slowenien gehört mit ca. 60 % Waldanteil zu einem der waldreichsten Länder Europas und hat landschaftlich Einiges zu bieten. Viel Natur und traumhafte Gewässer haben unsere Herzen erobert!
