Fliegenfischen auf Bachforellen im März in Spanien, Kundenfeedback

Weiteres Feedback eines Stammkunden, der die Saison früh in Spanien eingeläutet hat, und wie….! Wer große Bachforellen mit der Trockenfliege fangen will, noch dazu bezahlbar und mit den Annehmlichkeiten des Landes (Essen, Weine, …), der kommt an Spanien nicht vorbei. Christoph kehrt im Herbst und kommendes Frühjahr zumindest zurück… 🙂

„Forellen in Spanien. Barben auf die Trockenfliege“

Solche Beschreibungen im Hinblick auf eine Fliegenfischerreise erschienen mir beim Stöbern auf Carstens Homepage zunächst wenig verlockend. Dennoch habe ich mich, angefixt durch die das Bildmaterial und die verlockende Option schon zeitlich recht früh in der Saison auf Forellen unterwegs sein zu können, schließlich entschlossen das unbekannte Ziel im März 2017 auszuprobieren.

Nach der problemlosen und finanziell erfreulichweise preiswerten Anreise wurde ich von meinem Guide bereits am Flughafen Madrid empfangen und anschließend während der gesamten Zeit in allen Details aufmerksam und fachlich höchst kompetent betreut. Die Rahmenbedingungen wurden von ihm umsichtig gestaltet und sind aus meiner Sicht mit einer einfachen aber anheimelnden Landhausunterkunft und hervorragendem Essen (morgens im Haus, Lunchpaket am Fluss und abends Menue in einem kleinen Restaurant) optimal. Als angenehm habe ich dabei auch die Authentizität mit dem regionalem iberischem Charme empfunden.

Leider meinte es Petrus zu Beginn der Reise nicht gut mit uns und so waren am Horizont überraschenderweise die schneebedeckte Bergsilhouetten der Sierra del Gredos zu bestaunen und wehte uns ein kalter Wind durchsetzt mit einigen Schauern um die zunächst Mützen-bewehrten Ohren. Die Produktivität des Flusses war trotz der widrigen äußeren Konditionen schon beim ersten Anblick beeindruckend. Der Fluss mutet wie ein gigantischer englischer Kreidefluss an und bietet durch seinen Charakter als „Tailwater“ (flussaufwärts der befischten Strecken liegt der erste Stausee) beste Bedingungen mit gleichmäßig, niedrigen Wassertemperaturen das ganze Jahr hindurch. Im Frühjahr beschränkt sich die Aktivität der Fische auf die verkürzten Schlupfphasen der Insekten (vorwiegend BWO und Midges) in den frühen Nachmittagsstunden. Im Gegensatz dazu, berichtet mein Guide, spielen sich im Sommer und Herbst gewaltigen Fressorigien während langanhaltender Massenschlüpfe ab. Während zu Saisonbeginn mit den ansteigenden Temperaturen vor allem die großen Fische aktiv werden, sind später im Jahr die vielen Vertreter der unteren Stufen der Alterspyramide oft schneller als die „Altvorderen“ und verschiebt sich damit auch die Fangstatistik. Der Befischungsdruck ist nicht unerheblich, aber die Streckenlänge und die Trägheit der meisten Kollegen bezüglich notwendiger Fußmärsche relativiert diesen Umstand, so dass wir nie mit Mitstreitern ins Gehege gekommen sind und in weitgehend naturbelassener Wildnis gefischt haben. Die Fische sind im Laufe der Saison und über die Jahre „well educated“ und sehr selektiv. Mein Guide ist Trockenfliegen-Purist und fischt mit akribisch ausgetüftelter Technik, die er aber gerne weitergibt. Zusammenfassend führen extrem lange Vorfächer (6-8 m), dünne Vorfachspitzen (0,10-0,15), kleine Fliegen (18-24) von hervorragender Qualität (wunderschöne Eintagsfliegenimitationen mit ausgesuchten Federn des Coq de Leon) zum Erfolg. Eine solche Strategie bedeutet aber durchaus auch Frust und ist nichts für frühe Beginner. Wenn unberechenbare Windstöße beständig das langes Vorfach verwehen scheint eine gezielte Präsentation manchmal unmöglich (zumindest bis mein Guide die Rute in die Hand nimmt!). Sein intensives Teaching führt aber zum willkommenen Nebeneffekt, dass in den Tagen neben dem kontinuierlichen 1:1 Guiding auch noch Wurfkurs, angeltaktische Unterweisung und Bindekurs mitgenommen werden können (wo findet man solche Bedingungen zum aufgerufenen Preis?) .

Einlassen muss man sich als Besucher auf den Rhythmus und das Konzept von des Guides. Wem es gelingt zu entschleunigen, der streift nach entspanntem aber nie langweiligem Vormittag erst zu vorgerückter Tageszeit mit wachen Sinnen durch die Auwälder, um die ersten Zeichen der steigenden Fische zu identifizieren und verheißungsvolle Gewässerabschnitte zu erkunden und wird wunderbare Momente in der Natur erleben. Stabilisiert sich der Schlupf und haben sich die Bachforellen durch ihre teils atemberaubenden Steigmuster verraten dann erfolgt ein gezieltes Anfischen und unter den oben beschriebenen anspruchsvollen Bedingungen in der Regel auch ein „Take“. Die Belohnung besteht in einem beindruckend vehementen Widerstand, wobei die Trophy-Trouts natürlich nur zu genau wissen, dass eine beherzte Flucht in die dichten Rasen der Wasserpflanzen den Drill zu Ihren Gunsten wenden kann. Umso besser dann das Gefühl einen der starken Fische in den Kescher gleiten zu sehen. Der lokale, autochtone Forellen-Stamm aus dem Flusssystem beeindruckt durch massige Körper und leuchtende Zeichnung. „Jurassic trout“ scheint als Begriff zu passen. In meinen 4 Tagen habe ich einige Fische über 50 cm (maximal 65 cm) auf die kleine Trockenfliege fangen können und größere Forellen im Drill verloren. Große Fische waren immer wieder zu beobachten. Fotos aus der letzten Saison aber auch der aktuellen Tage bezeugen Fische über 70 cm, welche durch spanische Fliegenfischer gefangen und releast wurden.

Zusammenfassend habe ich die Tage in Spanien genossen und werde sicherlich zurückkehren, um unter idealen Bedingungen weitere Traumtage erleben zu können.

Achja, da sind ja noch die Barben. Einen Tag haben wir in einem der flussabwärts gelegenen Stauseen im Stillwasser auf die iberische Barbe gefischt. Diese Alternative kann ich ebenfalls jedem nur als Programmpunkt empfehlen. Das Ansprechen der dort meist 50-70 cm großen Fische im Flachwasser ist nicht schwierig. Wie beim Salzwasser-Flat-Fischen kommt es dann auf eine schnelle präzise Präsentation an. Die trocken angebotenen Terrestrials dürfen durchaus mit einem „Plop einschlagen“, um die eigentlich bodenwärts orientierten Fische in teils aggressiver Manier, teils aber auch in Zeitlupe zum Einschlürfen der Beute an die Oberfläche zu locken. Sitzt der Haken dann folgt eine lange und heftige, erste Flucht und ein kurzweiliger Drill. Fangerlebnisse sind geradezu garantiert und die Fischerei ausgesprochen spannend, wenngleich etwas weniger anspruchsvoll als am Forellenfluss. Auch hier kommt im Gesamterlebnis die landschaftliche Umgebung nicht zu kurz.

 

 

 

 

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