Reisebericht zur begleiteten Reise nach Argentinien an Rio Grande und Parana im März 2017

Mitte März war es endlich soweit – zusammen mit einigen Kunden machte ich mich auf gen Südamerika. Ziele sollten zuerst die weltberühmte, klassische Meerforellenfischerei des Rio Grande sein, und zwar hier die Fischerei der Estancia Maria Behety Lodge. Im Anschluss wollten wir noch ein paar Tage auf Golden Dorados in der Provinz Corrientes fischen.

Nachfolgend ein kleiner Bilderbericht dieser Traumreise, die in jedem Falle nach Wiederholung ruft!

 

Die Reise beginnt natürlich mit der Landung in Buenos Aires, der Haupstadt Argentiniens. Auf dem Weg vom internationalen Airport zum nationalen Flughafen machen wir einen kleinen touristischen Stop im Viertel La Boca, weltberühmt durch den Fußballclub aus dem Diego Maradona seine Karriere startete.

 

Nach weiteren 3,5 Stunden erreichen wir endlich Río Grande. Es ist windig und bewölkt, der kleine Bus führt uns zunächst an der La Villa Lodge der Estancia Maria Behety vorbei, ein wunderschönes Gebäude und eine extrem luxuriöse Lodge. Hier setzen wir 6 Gäste der Woche ab.

Danach geht es weiter in die Estancia Maria Behety Lodge, unser Zuhause für die kommende Woche. Auch hier fehlt es einem an nichts. Wir werden mit sehr gutem Dinner und leckeren Malbecs empfangen, die Fischerei beginnt erst am nächsten Morgen.

Die EMB Lodge liegt ca. mittig in der befischbaren Strecke, so dass man gerade im Herbst schnell an die guten Pools des Oberlaufes gelangt. Aus der Lodge genießt man den Blick auf die Mäander des Rio Grande.

Big Sky Patagonia – der erste Morgen begrüßt uns zunächst mit Windstille und Sonennschein. Dies soll sich aber innerhalb der kommenden Stunden verändern. Trotzdem – Patagonien heißt nicht immer viel Wind!

Rainer ist in der ersten Session direkt mit zwei schönen Fischen für das Buch erfolgreich – nur Fische über 15lbs kommen in das offizielle Fangbuch (alle anderen werden allerdings auch geloggt).

Wie überall auf der Welt der anadromen Salmonidenfischerei funktioniert die Sunray Shadow auch hier bestens.

Mein Fischpartner präferiert zunächst die Nymphe. Nachdem ich kleinere Fische landen kann, hakt Ernie seinen ersten Fisch für das Buch – ein Männchen mit 15lbs. Auf Nymphe!

Tolle Meerforelle aus deem Rio Grande – dafür reist man tausende von km an das andere Ende der Welt.

Weite und Bogdan…

Am zweiten Tag erleben wir die berühmt berüchtigten Winde Paragoniens – über 100km/h, Werfen geht nur mit Rückenwind. Der Fluss trübt leicht ein, und die Fische werden aggressiv. Ich erlebe eine unglaubliche Session in Peter’s mit diesem Weibchen von 16lbs…

… und diesem Fisch von 22lbs aus Tomy’s. Eine Meerforelle von 10kg, in unglaublichem Konditionsfaktor. Viele Malbecs später fallen wir hochzufrieden in unsere Betten, und träumen schon vom nächsten Tag.

Ernüchterung macht sich allerdings breit als wir den Fluss sehen. Getrübt durch Wind war was wir erwarteten, allerdings hat es in Chile so stark geregnet, dass sogar Brücken weggerissen wurden. Der Rio Grande ist höher als im November und kaffeebraun!

Wir fischen, aber es ist zunächst hoffnungslos. Die Sichtweite beträgt wenige Zentimeter. Dieses Wetter im Herbst ist extrem ungewöhnlich, die locals berichten von umgekehrten Verhältnissen im Vergleich zu vorigen Jahren. Normalerweise ist der Wasserstand im November / Dezember hoch, und geht dann Stück für Stück runter. In 2017 begann die Saison mit extrem niedrigen Wasserständen, das Wasser aus dem Frühjahr sollte dann viel später kommen. Und wie…

Die EMB hat neben der Fischerei natürlich noch mehr zu bieten. Man bekommt einen Einblick in die argentinische Kultur, und wird sehr gut verpflegt. In der Asado-Hütte nebenan wird mehrfach das Mittagessen eingenommen.

In der Mitte der Woche zusammen z.B. mit den Guides. Es gibt Pizza vom Holzofen – großartig! Und jede Menge Humor.

Asado-Hütte von innen…mit fängiger Cap von pukka destinations 🙂

Unsere Mitfischer überbrücken die Zeit anderweitig…

Eines Abends vor den Dinner kommt mir die Idee, dass wir – wenn schon deutsche Gäste in der Lodge sind – das WM-Finale vom 2014 nachholen müssen. Eigentlich nur ein Scherz, aber die liebenswerten Mitarbeiter der EMB-Lodge setzen dies während einer unserer Sessions am Fluss um. Wir kommen vom Fischen und werden mit dem „Carsten World Cup“ präsentiert. Bier, Snacks und ein Feld stehen bereit. Es gibt mehrere Teams – 2 Fische mit ihrem Guide, und so beginnt die (Fliegenfischer)-WM 2017. Allerdings – wir spielen in Wathosen!

Teamfindung…

Finale… der Sieger der WM 2017 heißt Argentinien!

Der Fluss klart über die nächsten Tage immer mehr auf. Am letzten Morgen werden dann wieder vermehrt Fische gelandet. Herbert landet in der Morgensession 6 Fische und holt sich damit noch die Top-Rod der Woche.

Auch Ernie hakt einen Fisch ein.

Es ist ein weiteres großes Rio Grande Männchen. Bei 87cm Länge…

…bringt Ernies Fisch 21.5lbs bzw. 9,7kg auf die Waage.

Der perfekte Abschluss der Woche am Rio Grande.

Am Abend genießen wir das Abschlussessen mit den Guides zusammen, und schmieden bereits Pläne wieder am Rio Grande zu fischen. Nach wie vor bietet dieser Fluss die mit Abstand beste Meerforellenfischerei der Welt. Selbst unter den denkbar schlechten Bedingungen unserer Woche nach dem Regen, können alls Gäste Traumfische über 15lbs landen. Wir haben für 2018 noch einige Ruten in prime-time, meldet Euch daher so schnell wie möglich wenn Ihr auch einmal an einem der Topgewässer der Fliegenfischerwelt fischen möchtet.

Weiter ging es dann über Buenos Aires per Luxus-Sleeperbus an den Rio Parana.

Im Luxus Bus nach Corrientes...

Hochkomfortabel, vergleichbar mit Business-Class im Flieger. Champagner gibt’s gratis dazu.

Dorado Cua Lodge

Im Morgengrauen erreichen wir die Dorado Cua Lodge, direkt am Rio Parana gelegen.

Lodge innen, Essensraum

Wir bekommen nach Zimmerzuweisung sodann ein deftiges Frühstück, hängen die Wathosen zum Trocknen in die Sonne und ziehen unsere dünnen Tropenhemden an – Temperaturen bis ca. 30 Grad Celsius sind hier zu dieser Zeit zu erwarten.

Río Paraná im Morgengrauen

Morgensonne an einem erfolgversprechenden Pool…

Fliegenkiller aka Pirana

Piranhas – man braucht genug Ersatzfliegen, diese Fische zerlegen jeden Köder.

Business End...

Was für Zähne.

Wolffish

Auch Wolffish attackieren die Dorado-Fliegen.

Wahnsinnige Zähne

Und sehen mit Ihren großen Hundszähnen noch furchteregender aus als die Piranhas.

Schöner Golden Dorado

Hauptsächlich fangen wir aber glücklicherweise jede Menge Dorados. Keine großen Fische, doch auch Fische der 4-5kg-Klasse gehen explosionsartig ins Backing, springen häufig, und bieten großartigen Sport.

Gauchos, die die Kühe von Insel zu Insel durch den Fluss treiben

Regelmäßig sehen wir auch die Gauchos, die Ihre Viehherden von Insel zu Insel zum Weiden treiben, zumeist rittlings auf ihren Pferden.

Reste...

Das, was nach dem Fischen übrig bleibt… 🙂 Nach vier Tagen geht es abends per Bus zurück nach Buenos Aires, und wir fliegen nachmittags zurück nach Hause. Was für eine Reise, was für ein Saisonbeginn!

Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Beteiligten ganz herzlich für die Teilnahme an dieser Reise bedanken – sie wurde vor allem durch Euch etwas ganz Besonderes. Von meiner Seite aus also jederzeit & gerne wieder (Argentiniens Fischerei, Weine und Steaks machen eine Rückkehr zwangsläufig erforderlich 🙂 ) ¡Hasta pronto!

Fliegenfischen in Cayo Cruz, Kuba: Kundenfeedback

Florian war in Cayo Cruz dem Grand Slam auf den Spuren und sehr erfolgreich. Wer kann schon behaupten im ersten Salzwassertrip gleich zwei Permits gelandet zu haben…? Lest mehr unten, Fotos kommen hinter dem Text!

Mitte letzten Jahres ging es für mich das erste Mal nach Cuba, genauer Cayo Cruz. Inspiriert wurde ich bei der Destinationswahl durch einen Artikel in einer Fliegenfischerzeitschrift. Bei meiner Suche nach einem passenden Veranstalter, für solch eine Traumreise, habe ich einen Tipp von einem guten Angelfreund bekommen. Nach einer kurzen Kontaktaufnahme mit Carsten von pukka destinations war der richtige Veranstalter gefunden. Dank umfangreicher Informationspakete zum Lesen, aber auch persönlichen Tipps und Erfahrungen am Telefon, konnte ich mich optimal auf die Reise vorbereiten.

Beginn der Reise war Hamburg, von hier flog ich nach Zürich um einen Freund einzusammeln. Von dort ging es dann weitern nach Havanna. In Havanna angekommen ging es noch einem Tag weiter mit einer inländischen Maschine Richtung Cayo Cruz. Bei der Ankunft in der Lodge wurden wir sehr nett vom Personal und den Guides empfangen. Nach einem kurzen Kennenlernen wurden die Guides uns zugeteilt, womit sich die Chance bat seinen Guide schon mal kennenzulernen und ein wenig zu fachsimplen. Die Nächsten sechs Tage vergingen wie im Flug. Morgens um 5:00 wecken, um 5:30 gemeinsames Frühstück und um 6:00 Abfahrt mit dem Bus zur Marina. Gefischt wurde dann etwa von 7 bis 17 Uhr in verschiedenen Zonen des Reviers.

Die Fischerei in dem glasklaren türkisfarbenen Wasser war jeden Tag wieder beindruckend. Täglich sah ich Bonefische, aber auch Permits auf den Flats. Zusätzlich waren an vielen Stellen auch Cubera Snapper, Mutton Snapper, Barracuda, Triggerfische, Haie, Bar Jacks und Jack Crevalles anzutreffen. Tarpon, welche auch sehr groß werden in dieser Destination, waren schwerer zu finden. Jedoch hatten die Guides hierfür eine besondere Stelle parat. Zusätzlich war es an vielen Stellen möglich Bonefisch und Triggerfisch zu Fuß zu jagen, was in dem sehr flachem Wasser extrem spannend war.

Fazit: Für mich persönlich war es einer der schönsten, aber auch herausforderndsten, Reisen die ich bisher gemacht habe. Zwar springen einem auch hier keine Fische ins Boot, aber durch die gute Vorbereitung von Carsten und den Tipps von den Guides vor Ort konnte ich ein paar wahre Sternstunden erleben! Anbei ein paar Bilder, denn diese sagen mehr als 1000 Worte…..

In diesem Sinne Tight Lines,

Flow Fishin

 

 

 

 

 

 

 

 

Fliegenfischen auf Bachforellen im März in Spanien, Kundenfeedback

Weiteres Feedback eines Stammkunden, der die Saison früh in Spanien eingeläutet hat, und wie….! Wer große Bachforellen mit der Trockenfliege fangen will, noch dazu bezahlbar und mit den Annehmlichkeiten des Landes (Essen, Weine, …), der kommt an Spanien nicht vorbei. Christoph kehrt im Herbst und kommendes Frühjahr zumindest zurück… 🙂

„Forellen in Spanien. Barben auf die Trockenfliege“

Solche Beschreibungen im Hinblick auf eine Fliegenfischerreise erschienen mir beim Stöbern auf Carstens Homepage zunächst wenig verlockend. Dennoch habe ich mich, angefixt durch die das Bildmaterial und die verlockende Option schon zeitlich recht früh in der Saison auf Forellen unterwegs sein zu können, schließlich entschlossen das unbekannte Ziel im März 2017 auszuprobieren.

Nach der problemlosen und finanziell erfreulichweise preiswerten Anreise wurde ich von meinem Guide bereits am Flughafen Madrid empfangen und anschließend während der gesamten Zeit in allen Details aufmerksam und fachlich höchst kompetent betreut. Die Rahmenbedingungen wurden von ihm umsichtig gestaltet und sind aus meiner Sicht mit einer einfachen aber anheimelnden Landhausunterkunft und hervorragendem Essen (morgens im Haus, Lunchpaket am Fluss und abends Menue in einem kleinen Restaurant) optimal. Als angenehm habe ich dabei auch die Authentizität mit dem regionalem iberischem Charme empfunden.

Leider meinte es Petrus zu Beginn der Reise nicht gut mit uns und so waren am Horizont überraschenderweise die schneebedeckte Bergsilhouetten der Sierra del Gredos zu bestaunen und wehte uns ein kalter Wind durchsetzt mit einigen Schauern um die zunächst Mützen-bewehrten Ohren. Die Produktivität des Flusses war trotz der widrigen äußeren Konditionen schon beim ersten Anblick beeindruckend. Der Fluss mutet wie ein gigantischer englischer Kreidefluss an und bietet durch seinen Charakter als „Tailwater“ (flussaufwärts der befischten Strecken liegt der erste Stausee) beste Bedingungen mit gleichmäßig, niedrigen Wassertemperaturen das ganze Jahr hindurch. Im Frühjahr beschränkt sich die Aktivität der Fische auf die verkürzten Schlupfphasen der Insekten (vorwiegend BWO und Midges) in den frühen Nachmittagsstunden. Im Gegensatz dazu, berichtet mein Guide, spielen sich im Sommer und Herbst gewaltigen Fressorigien während langanhaltender Massenschlüpfe ab. Während zu Saisonbeginn mit den ansteigenden Temperaturen vor allem die großen Fische aktiv werden, sind später im Jahr die vielen Vertreter der unteren Stufen der Alterspyramide oft schneller als die „Altvorderen“ und verschiebt sich damit auch die Fangstatistik. Der Befischungsdruck ist nicht unerheblich, aber die Streckenlänge und die Trägheit der meisten Kollegen bezüglich notwendiger Fußmärsche relativiert diesen Umstand, so dass wir nie mit Mitstreitern ins Gehege gekommen sind und in weitgehend naturbelassener Wildnis gefischt haben. Die Fische sind im Laufe der Saison und über die Jahre „well educated“ und sehr selektiv. Mein Guide ist Trockenfliegen-Purist und fischt mit akribisch ausgetüftelter Technik, die er aber gerne weitergibt. Zusammenfassend führen extrem lange Vorfächer (6-8 m), dünne Vorfachspitzen (0,10-0,15), kleine Fliegen (18-24) von hervorragender Qualität (wunderschöne Eintagsfliegenimitationen mit ausgesuchten Federn des Coq de Leon) zum Erfolg. Eine solche Strategie bedeutet aber durchaus auch Frust und ist nichts für frühe Beginner. Wenn unberechenbare Windstöße beständig das langes Vorfach verwehen scheint eine gezielte Präsentation manchmal unmöglich (zumindest bis mein Guide die Rute in die Hand nimmt!). Sein intensives Teaching führt aber zum willkommenen Nebeneffekt, dass in den Tagen neben dem kontinuierlichen 1:1 Guiding auch noch Wurfkurs, angeltaktische Unterweisung und Bindekurs mitgenommen werden können (wo findet man solche Bedingungen zum aufgerufenen Preis?) .

Einlassen muss man sich als Besucher auf den Rhythmus und das Konzept von des Guides. Wem es gelingt zu entschleunigen, der streift nach entspanntem aber nie langweiligem Vormittag erst zu vorgerückter Tageszeit mit wachen Sinnen durch die Auwälder, um die ersten Zeichen der steigenden Fische zu identifizieren und verheißungsvolle Gewässerabschnitte zu erkunden und wird wunderbare Momente in der Natur erleben. Stabilisiert sich der Schlupf und haben sich die Bachforellen durch ihre teils atemberaubenden Steigmuster verraten dann erfolgt ein gezieltes Anfischen und unter den oben beschriebenen anspruchsvollen Bedingungen in der Regel auch ein „Take“. Die Belohnung besteht in einem beindruckend vehementen Widerstand, wobei die Trophy-Trouts natürlich nur zu genau wissen, dass eine beherzte Flucht in die dichten Rasen der Wasserpflanzen den Drill zu Ihren Gunsten wenden kann. Umso besser dann das Gefühl einen der starken Fische in den Kescher gleiten zu sehen. Der lokale, autochtone Forellen-Stamm aus dem Flusssystem beeindruckt durch massige Körper und leuchtende Zeichnung. „Jurassic trout“ scheint als Begriff zu passen. In meinen 4 Tagen habe ich einige Fische über 50 cm (maximal 65 cm) auf die kleine Trockenfliege fangen können und größere Forellen im Drill verloren. Große Fische waren immer wieder zu beobachten. Fotos aus der letzten Saison aber auch der aktuellen Tage bezeugen Fische über 70 cm, welche durch spanische Fliegenfischer gefangen und releast wurden.

Zusammenfassend habe ich die Tage in Spanien genossen und werde sicherlich zurückkehren, um unter idealen Bedingungen weitere Traumtage erleben zu können.

Achja, da sind ja noch die Barben. Einen Tag haben wir in einem der flussabwärts gelegenen Stauseen im Stillwasser auf die iberische Barbe gefischt. Diese Alternative kann ich ebenfalls jedem nur als Programmpunkt empfehlen. Das Ansprechen der dort meist 50-70 cm großen Fische im Flachwasser ist nicht schwierig. Wie beim Salzwasser-Flat-Fischen kommt es dann auf eine schnelle präzise Präsentation an. Die trocken angebotenen Terrestrials dürfen durchaus mit einem „Plop einschlagen“, um die eigentlich bodenwärts orientierten Fische in teils aggressiver Manier, teils aber auch in Zeitlupe zum Einschlürfen der Beute an die Oberfläche zu locken. Sitzt der Haken dann folgt eine lange und heftige, erste Flucht und ein kurzweiliger Drill. Fangerlebnisse sind geradezu garantiert und die Fischerei ausgesprochen spannend, wenngleich etwas weniger anspruchsvoll als am Forellenfluss. Auch hier kommt im Gesamterlebnis die landschaftliche Umgebung nicht zu kurz.

 

 

 

 

Fliegenfischen in Los Roques, Venezuela: Kundenfeedback

Wendelin war diesen März über pukka destinations zum ersten Mal im tropischen Salzwasser unterwegs. Lest sein Feedback nachfolgend und sichert Euch eine Rute auf dem Archipel, nach wie vor eine der Top-Salzwasserdestinationen zum Fliegenfischen, Wendelin wird es mit Sicherheit wieder tun… 🙂

Als ich mich Ende letzten Jahres entschieden habe einmal im Meer zu fischen stöberte ich bei vielen Anbietern welches wohl die beste Fischart und Destination wäre. Mein Hauptaugenmerk als Erstreisender in Sachen Salzwasser aber als erfahrener Fliegenfischer fiel auf die Gattung Bonefish die, so die Experten, für einen Einsteiger wohl am einfachsten und mit dem höchsten Spaßfaktor zu benennen sei.

Dann blieb nur noch die Frage welches Ziel den größten Fangerfolg bringen würde. Kuba, die Bahamas oder andere exotischere Ziele?

Nach mehreren Telefonaten und Emails mit Carsten Dogs (pukka destinations) wurden Preis, Leistung und Risiko bewertet. Da ich ganz alleine reise, war der Preis sicherlich ein mit ausschlaggebender Faktor. Kurzum die Reise ging nach Los Roques in Venezuela. Über Madrid nach Caracas, der Hauptstadt Venezuelas, und danach mit einem achtsitzigen Propellerflugzeug auf die Insel. Caracas denken Sie, die „gefährlichste Stadt der Welt“, in einem instabilen von Inflation und Sozialismus geprägten Land.

Schon im Vorfeld wurde die Reise minutiös von Carsten und seinen Partnern vor Ort geplant. Ein mehrseitiges Memo über Verhaltensregeln und Sicherheitsregeln wurde durchgesprochen. Dann ging es im März schon los. Die Ruten, Rollen, Fliegenmuster und das Zubehör ausgesucht und überprüft. Und leider eine falsche Rute und die falschen Füßlinge eingepackt.

Nach 15 Stunden Anreise endlich frische warme Karibikluft schnuppern. Mein Gepäck kam schnell an, leider war das Sperrgepäck mit den zweiteiligen Ruten noch nicht ausgeliefert. Der Gepäckbereich leerte sich und nach über einer Stunde wurde ich dann doch etwas nervös. Leider sprach am ganzen Flughafen kein Offizieller mehr als drei Worte Englisch von Deutsch ganz zu schweigen. Es erfolgte eine Episode aus Buchbinder Wanninger in spanischer Sprache, der ich leider nicht mächtig bin. Nach einer weiteren halben Stunde in dem mittlerweilen leeren Gepäckbereich und einem kräftigen Fluch in englischer Sprache … kam auch dieses sofort wohlbehalten an.

Durch die perfekte Planung im Vorfeld wartete der Transfer, endlich versteht jemand Englisch, trotz dieser Verspätung schon etwas aufgeregt auf mich. Ein zehnminütiger Transfer in ein 5 Sterne Tagungshotel bis zum Inselflug am nächsten Morgen. Der Ausdruck „Hochsicherheitszone“ bekommt in diesem Zusammenhang neue Bedeutungen. Am Eingang zwei Schranken und vier Personen Sicherheitsdienst, rundherum eine drei bis sechs Meterhohe Mauer mit elektrischem Zaunaufbau. Zugang nur für registrierte Personen und Autos. Kein Problem, kurz eingecheckt, geduscht und ab ins Restaurant. Für 15 US$ zwei Bier und ein 300g Filetsteak mit Beilagen, wohl bekommt`s. Auschecken am nächsten Tag, die Rechnung wurde von Salazars mit ihrer Bankkarte übernommen und von mir in „harter Währung“ ausgeglichen. Durch die Inflation ist der Wechselkurs am Schwarzmarkt 3:1, so hatte jeder seinen Vorteil.

Ab zum nationalen Flughafen und rein in den Achtsitzer, das Gepäck direkt in der Kabine. Leider wurde mir vor dem Zugang noch mein Messer und die Zange abgenommen, die die Salazars mir nach der Rückkehr wieder aushändigten.

Nach einem 35-minütigen Flug erreichte ich endlich Los Roques, das Eldorado des Bonefischens. Auch hier alles perfekt organisiert. Carlos, schon wieder spricht jemand Englisch, vom örtlichen Anbieter für Boote und Fischerei, empfing mich im Sand. Da es auf Los Roques keine einzige asphaltierte Straße (Runway ausgenommen) gibt, haben sie auch nur vier Autos (Müllwagen, Tankwagen Wasser, Tankwagen Benzin und einen Krankenwagen) aber bestimmt 50 Boote aller Couleur.

Nach 200 Metern Fußweg wurde ich von Victoria und ihren Mitarbeitern in der Posada herzlich empfangen. Kurz, das einfache aber zweckdienliche Zimmer bezogen und los mit Rute und Rolle auf eigene Erkundungstour. Nach drei Stunden erfolglosen Fischens am Strand bei 30° Grad in praller Sonne entschied ich mich doch, das Angebot eines Caipirinha, anzunehmen. Zum Abendessen gab es ein vier Gänge Menu das eindeutig von Fisch geprägt war. Da nur ein einziger Fischer aus London anwesend war klärte dieser mich über die „unendlichen Möglichkeiten“ vor Ort auf.

Am nächsten Morgen um 06:30 aufgestanden das Frühstück nach eigenem Gusto um 07:00 Uhr und eine kurze Besprechung mit Carlos wie der Tag so verlaufen sollte. Danach das Kennenlernen mit meinem Guide Arcadio, für die nächsten drei Tage, und dem heutigen Bootskapitän. Guide und Kapitän nehmen jeweils mein Equipment bzw. die übergroße Kühlbox mit der Tagesration auf. Es folgt ein zweiminütiger Fußmarsch zum Wasser, das Boot kurz bestiegen und schon geht’s los.

In der Hafenbucht tummeln sich und rauben bestimmt ein dutzend Tarpons bis zu 1,60 m. Was für ein Anblick! Leider stellte sich in den kommenden Tagen heraus, dass keiner an die Leine zu bekommen war.

Nach einer 30-minütigen Bootsfahrt endlich ran an den Bonefish. Das Equipment, bereits im Zimmer vorbereitet, die Watschuhe an. Einige Probewürfe gemacht und schon geht die Post ab. Der erste Bonefish meiner Reise etwa vier Pfund reißt mir bei seiner ersten Flucht (120m!) Backing von der Rolle. An diesem ersten Tag wurden noch weitere neun Bonefish bis zu sieben Pfund gelandet und wieder in die Freiheit entlassen. Etwa die gleiche Anzahl ist durch falsches Anschlagen, Hakenbruch oder Mangrovenhänger entkommen. Die nächsten beiden Tage verliefen ähnlich.

Am vierten Tag wechselte nicht nur die Mannschaft sondern leider auch das Wetter. Die nächsten drei Tage sah man so gut wie keinen Sonnenschein, was beim Spotten der Beute nicht förderlich war. Wir entschieden uns zu improvisieren, umso anderen Fischarten nachzustellen. Im Hafen und in den Mangrovenwäldern auf Tarpon, zwei gehakt, keiner gelandet. Schleppen mit der 10er Fliegenrute vom Boot auf Thunfisch, einer gelandet und ein bisschen Seekrank. Jagd auf Jacks und Snapper, einige, bis zu zwei Pfund.

Gottseidank waren die letzten beiden Tage wieder vollkommenes Karibikwetter, blauer Himmel den ganzen Tag Sonne und ein leichtes Lüftchen.

Fazit: In acht Tagen Fischerei konnte ich cirka 100 Bonefish zwischen 2 und 7 Pfund landen. Als Beifang zehn Snapper ein Thunfisch und einen Jack Trevally.

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